Im Schatten der Bäume bleibt der Waldboden relativ kühl. Trifft wärmeres Regenwasser auf den kälteren Boden, dringt es leicht in das Erdreich ein, füllt das Grundwasser auf und kommt irgendwann an die Erdoberfläche zurück. Es verdunstet, bildet Wolken und regnet wieder ab. Schauberger spricht vom vollen Wasserkreislauf.
Doch der wird immer mehr gestört – zum Beispiel durch die Rodung von Wäldern. Ohne den Schatten der Bäume ist der Boden nun wärmer als der herabfallende Regen. Das Regenwasser dringt kaum noch in den Boden ein, läuft oberflächlich in Bäche und Flüsse und verursacht Hochwasser. Der Grundwasserspiegel dagegen sinkt ab. Im Sommer verdunstet das Oberflächenwasser oft schon an Ort und Stelle, bildet weitere Wolken und sorgt so für neuen Regen. Ein Hochwasser erzeugt das nächste. Schauberger spricht vom halbenWasserkreislauf.
Ohne gesunden Wald gibt es laut Viktor Schauberger kein gesundes Wasser, das er als „Blut der Erde“ bezeichnete.Unter dem Schatten spendenden Dach eines natürlichen Mischwaldes gedeiht im Unterholz eine unvergleichbare Artenvielfalt.
Es entsteht eine dicke Humusschicht. Ein guter Waldboden ist ein guter Wasserspeicher. Er kann bis zu 90 Prozent des auf ihn fallenden Regenwassers halten und verringert damit ganz entscheidend die Erosions- und Überschwemmungsgefahr. Ein gesunder Waldboden speichert sechs Mal mehr Wasser als eine freistehende Fläche.
Genauso wichtig ist der kühlende Schatten der Bäume für einen Flusslauf. Greift der Mensch nicht ein, wachsen die Schattenspender an den Ufern ganz von alleine.
Viktor Schauberger war wohl einer der ersten Menschen, die von einem „Waldsterben“ sprachen. Schon in den 1920er Jahren warnte er vor Kahlschlägen und der Wiederaufforstung von Bäumen in Monokultur. Es gehört zu den tragischen Aspekten in Viktors Lebenswerk, dass seine genialen Holzschwemmanlagen dazu beitrugen, die Bergwälder in Österreich und anderswo massiv abzuholzen.
Schlägt man eine Schneise in einen Wald, werden Bäume, die vorher mitten im Wald standen, mit einem Schlag zu Randbäumen.
Sie sind nun plötzlich dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt und bekommen einen Rinden- brand. Die Randbäume werden schwer geschädigt. Ein Problem, das Viktor Schauberger ebenfalls beschrieben hat.
Ist es ein Zufall, dass an diesem Waldrand der Boden trocken ist?Wie bei der Flussregulierung sind auch in der Forstwirtschaft die Erkenntnisse Schaubergers aktueller denn je.